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In der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es die Diagnose „Hypotonie“ nicht. Ein TCM-Arzt interpretiert die vom Patienten angeführten Symptome wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Mattigkeit, Schweißneigung, Schwindel, körperliche und geistige Schwäche, misst den Puls nach der Kunst der TCM und inspiziert die Zunge. Danach misst er den Blutdruck. Wenn der systolische (also der erste) Wert unter 100 mm Hg ist, hat der Patient eine Leere, die therapeutisch aufgefüllt werden muss.
Bei dieser Leere kann es sich um eine Nieren-Qi- oder Nieren-Yang-Leere oder eine Milz-Qi- oder Milz-Yang-Leere oder um eine Blut-Leere handeln. In allen Fällen zielt die Therapie auf das Tonisieren, also das Stärken des Patienten ab.

Wie kann es zu solch einer körperlichen (Mattigkeit, Leistungsschwäche, Schweißneigung, …) und geistigen (Konzentrationsschwäche, Schwindel, Benommenheit, ...) Leere kommen?

Handelt es sich um ein chronisches Syndrom, ist es häufig von den Eltern ererbt. Wenn schon jemand in der Familie einen niedrigen Blutdruck hatte, wird das leicht an die nächste Generation weitergegeben. Also handelt es sich um eine konstitutionelle Schwäche.
Hypotonie kann aber auch durch ein Überstrapazieren der eigenen Ressourcen auftreten.
Die Körpersubstanzen können entweder durch ein akutes Geschehen wie eine starke Verkühlung, Vergiftung oder auch einen Schock kurzfristig verbraucht werden, oder sie werden durch eine lange zehrende Erkrankung wie Herz- oder Nierenerkrankungen oder Blutarmut vermindert.
Der Mensch wird dadurch schwach, also Qi- und Blut-leer.

Wie kann man eine Leere oder Schwäche am besten auffüllen?
In der TCM wird eine Leere am besten mit Substanzen aufgefüllt. Die lebenswichtigen Substanzen sind Qi und Blut. Das Nahrungs-Qi nährt uns und gibt uns Kraft und Energie. Es stärkt das Milz-Qi. Das Luft-Qi stärkt die Lunge. Beide Qi-Formen sind grundlegend, um die Leere wieder aufzufüllen.

Nahrungsmittel:
Um das Qi zu stärken, essen Sie morgens gekochten Getreidebrei aus Reis, Hirse, Hafer oder Polenta. Geben Sie Nüsse, Rosinen, Datteln, Feigen und wärmende Gewürze wie Ingwer, Nelken oder Zimt dazu. Zur geschmacklichen Verbesserung können Sie entweder Gemüse oder Obst beigeben. Honig wirkt tonisierend.
Essen Sie Warmes, Gekochtes, Suppen und Eintöpfe. Auch Fleisch ist Qi- und Blut-stärkend. Essen Sie regelmäßig drei Mahlzeiten.
Auch Kräuter füllen Substanzen auf:
Rx. Ginseng – Ren Shen - Ginsengwurzel
Fr. Ziziphi Jujubae – Da Zao - Jujebendatteln
Rhz. Atractylodes – Bai Zhu - Doppelblume
Rx. Astragalus – Huang Qi – Tragant
Rx. Glycyrrhizae – GanCao – Süßholz

Diese Kräuter können lange ausgekocht als Tees getrunken werden. Besser wirksam ist eine gesamte,
individuell zusammengestellte chinesische Kräuterrezeptur, die genau auf Sie zugeschnitten ist, vergleichbar einem Maßanzug. So eine Arzneirezeptur kriegen Sie von Ihrem TCM-Arzt/Ihrer TCM-Ärztin. Chinesische Kräuterrezepturen sind unseren Medikamenten vergleichbar und werden daher
nur mit ärztlichem Rezept von einer TCM-Apotheke ausgegeben.

Bei Blutschwäche, die sich zur Müdigkeit auch durch Schwindel, Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit äußert, können Sie mit Nahrungsmitteln und Kräutern helfen.
Nahrungsmittel:
Essen Sie auch in diesem Fall zum Frühstück einen Getreidebrei. Er stärkt das Milz-Qi, das auch für die Blutproduktion verantwortlich ist.
Rotes wie Rotkraut, Paradeiser, rote Rüben, Karotten, rotes Fleisch (v. a. Schwein, Lamm, Ente, …) stärken das Blut. Auch ein Glas Rotwein tut Ihnen gut und hebt den Blutdruck.

Kräuter:
Tee aus Bocksdornfrüchten schmeckt gut und stärkt Sie.
Rx. Angelika sinensis – Dang Gui – Engelwurz
Arillus Longan – Long Yan Rou – Drachenaugenfrüchte
Rx. Rehmannia – Shu Di Huang – Rehmanniawurzel

Gehen Sie an die Luft, machen Sie Bewegung, atmen Sie tief durch, damit Sie ausreichend Sauerstoff und ein starkes Lungen-Qi bekommen.

Auch Akupunktur hilft Ihnen bei niedrigem Blutdruck. Jedoch wirkt sie wesentlich besser in Kombination mit den entsprechenden Nahrungsmitteln und Kräutern.

Hypotonie
 
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