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Im Frühling, wenn es nicht so richtig warm werden will, höre ich täglich in der Praxis: „Es geht mir zwar recht gut, aber heute habe ich wieder Kopfweh. Das kommt wahrscheinlich vom Wetter.“
Der Körper kann sich nämlich nur schlecht auf die Jahreszeit einstellen, wenn das Wetter ständig wechselt wie im April.

Wieso sind manche Menschen stark wetterfühlig und andere ganz und gar nicht?
Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine Beobachtungsmedizin, in welcher der Mensch mit seinen Reaktionsmustern im Zusammenhang mit seiner Umgebung, seinem sozialen Umfeld, dem Wetter, der Temperatur und so auch der Jahreszeit gesehen wird. Wir reagieren im Winter mit unserem Verhalten, unserem Essen, der Stimmung anders als im Sommer. Ein Norweger ist anders als ein Spanier. Ist ja auch ganz klar. Unser Umfeld beeinflusst uns. Nierentypen reagieren mit Erkrankungen und Stimmungstiefs im Winter, Lebertypen leiden im windigen Frühling, Herztypen im heißen Sommer, Milztypen, wenn es feucht ist, Lungentypen im Herbst.

Vor allem Lebertypen vertragen starke Wetterschwankungen schlecht. Sie sind es vor allem, die über Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Gelenksschmerzen und schlechte Laune klagen, wenn der Wetterfrosch eine starke Veränderung ansagt. Die einen spüren stärker, wenn es kühl wird, die anderen, wenn es heiß wird, die einen, wenn Niederdruckwetter kommt, die anderen, wenn Hochdruckwetter im Anzug ist. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie sind wetterfühlig. Das Holzelement, die Leber, mag keinen Wind und keine abrupten Temperaturschwankungen. Dadurch wird die Leber angetrieben und der Köper und die Seele werden gereizt.
Hier handelt es sich um eine Leber-Qi-Stagnation, weil das Leber-Qi nicht mehr harmonisch zirkulieren kann und so einen Stau im Köper verursacht. Meist äußert sich dieser Stau in Form von Kopfschmerzen, Nackenverspannungen und Schulterbeschwerden. Trinken Sie täglich ein bis zwei Tassen Chrysanthemenblütentee: Gießen Sie zwei Blüten mit einem Viertel Liter Wasser auf und lassen Sie ihn zehn Minuten ziehen. Er verringert die Qi-Stagnation. Gehen Sie mindestens dreimal pro Woche spazieren oder noch besser laufen oder radeln. Auch damit werden die Stagnation und die Wetterfühligkeit gelindert.

Wenn zu den Kopfschmerzen und Nackenverspannungen Schwindel, trockene Haare und rissige Nägel kommen, dann liegt eine Leber-Blut-Schwäche vor. Essen Sie Blut-stärkende Nahrungsmittel wie Fleischsuppen (Gulasch, Hendlsuppe,…), Paradeiser (Pasta, Suppe,…), schwarzen Sesam (über Gemüse und Fleisch) und trinken Sie einen Tee aus Longanfrüchten (ähnlich wie Litschi) und Angelikawurzel.

Hitzesymptome mit roten Augen, Ärger, Kopfschmerzen und einer sehr roten Zunge sprechen für aufsteigendes Leberfeuer. Das muss gekühlt werden. Rohkost und Obst tun Ihnen gut. Kochen Sie Gardenienfrüchte 15 Minuten aus und trinken Sie abends eine Tasse davon. Das beruhigt Ihr inneres Feuer. So macht Ihnen das Wetter weniger Probleme.

Wenn eine generelle Schwäche der Grundenergie vorliegt, dann kann Sie das Wetter auch leichter umwerfen. In so einem Fall gehört der ganze Körper gestärkt. Schlafen und essen Sie ausreichend, gehen Sie an die Luft und holen Sie sich Ihre verdienten Pausen, damit Sie wieder zu Kräften kommen. Eine TCM-Kräutermischung, die ganz individuell angepasst werden muss, kann Ihnen da gut helfen.

Trinken ist ein wichtiger Faktor gegen Wetterfühligkeit. Viele Menschen vergessen tagsüber zu trinken und wollen dann alles abends nachholen. Das bringt nicht viel. Nierenfachärzte schlagen vier Liter pro Tag vor. So viel muss es nicht immer sein. Jeder hat seine individuelle Menge, die er braucht, je nach körperlicher Aktivität und je nach innerer und äußerer Hitze. Aber meistens ist das wenige Trinken einer der Gründe, warum wetterfühlige Menschen leiden müssen.

Tipps:

Leber-Qi-Stagnation:
> Kopfschmerzen + Nackenverspannungen
>> Chrysanthemenblütentee, Pfefferminze, Bewegung

Leber-Blut-Schwäche:
>Kopfschmerzen + Schwindel
>> Tee aus Longanfrüchten und Angelikawurzel
>> Fleisch, Tomaten, schwarzer Sesam

Leber-Feuer:
> Kopfschmerzen + Hitze
>>Tee aus Gardenienfrüchten, Löwenzahn, Obst, Salat, Rohkost

Schwäche:
>> ausreichend Pausen, schlafen, essen

Generell:
>> Bewegung und viel trinken

Wetterfühligkeit
 
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